abgelegt im Archiv
Kulinarisches
von sehpferd am 22.08.09

In London kann man entweder teurer mediterran oder billig indisch essen - das sagen Ihnen fast alle Menschen, die dort einmal waren. Nun hat zwar die britische Küche inzwischen etwas aufgeholt, aber in gewöhnlichen Restaurants gibt es dennoch immer wieder das halb gare und ungesalzene Mischgemüse, das einem bald zum Hals heraushängt - so gut der Lachs oder das Steak dazu auch munden mögen.
Kenner des britischen Eilands wissen, dass es lizenzierte Restaurants und nicht-lizenzierte gibt: In der Regel sind die Letztgenannten preiswerter und authentischer, und in viele darf man eine Flasche Wein mitbringen, wenn man dem Wirt ein Korkengeld bezahlt. Mittlerweile allerdings gibt es eine besondere Kategorie: indische Restaurants, die westlichen Lebensstil und europäische Speisekartenvarianten mit feiner Lebensart vereinen.
Zwei dieser indischen Restaurants habe ich davon besucht: Den "Urban Turban" in 98, Westbourne Grove - und um mir ein Bild von den "anderen Indern" zu machen, habe ich das Einfach-Restaurant Khan's besucht, das hauptsächlich von Familien und Touristen mit schmalem Budget frequentiert wird.
Zunächst einmal zum Khan's. Es ist bereits um 18:30 ziemlich voll, aber ich bekomme dennoch sofort einen Tisch und deine Speisekarte in üblicher indischer Aufmachung: Hunderte von Gerichten, die man alle ohne Bedenken bestellen kann - und zwar authentisch indisch in der Schärfe. Auch die Linsensuppe und das Rosinen-Mandel-Brot erwiesen sich als vorzüglich. Auch die Geschäftsführung erweist sich als umsichtig, und die Speisen kommen pünktlich und heiß auf den Tisch und wirken nicht wie vorgekocht.
Das einzige Problem: Die Kellner zeigen dem Touristen gelegentlich ihre Verachtung, so nach dem Motto "sei froh, dass dir der Inder zu essen gibt, und gehe möglichst schnell wieder". Irgendwie fühlte ich mich wie in der Volksküche: Schnell rein, abessen und wieder raus - aber manche Touristen mögen ja gerade dies.
Ganz anders im Urban Turban: eine eher westlich-überschaubare Speisekarte, freundliche, zuvorkommende Kellner und eine gute Beratung bei der Speisenauswahl, dazu ein gepflegtes englisches und anglo-indisches Publikum. Man fühlt sich nicht gedrängt, die Atmosphäre stimmt, und man bekommt zum Essen ein Glas Wein und vorzügliche Desserts.
Die Überraschung besteht darin, dass beide Lokale preislich gar nicht so weit auseinander sind - ich zahlte im Urban Turban kaum mehr als im Khan's. Damit die Wahl offenbleibt: Beide Lokale lohnen einen Besuch. Gehen Sie ins Khans, wenn Sie Hunger haben und in den Urban Turban, wenn Sie gepflegt essen gehen wollen.
Speisekarte Urban Turban
Trackback: http://publish.creative-weblogging.com/publish/mt-tb.pl/159894
Wong
Stimmen Sie ab für Indisch essen in London – mal gepflegt, mal Volksküche :
|
Dieser Eintrag wurde mit: 7.00 Punkten (von 4 Stimme(n) insg.) bewertet.
|
Abonnieren
Suchen Sie nach weiteren Artikeln
| RSS | Alle Abonnements sehen |
|
Was ist RSS? | |
| Yahoo! |
|
| MEIN MSN |
|
| Bloglines |
|
| Newsletter | |
| Followen Sie uns bei Twitter! |















