Gutes Gewissen kostet knapp 5€
abgelegt im Archiv ReiseNEWS am 03.03.08
Ein Flug von Berlin nach Gran Canaria und zurück kostet zwölf Euro - und zwar an Zusatzkosten für den Umweltschutz. So ermittelt es der Kohlendioxid-Rechner auf der Webseite von Tuifly. Das Geld ist keine Gebühr, die zwingend anfällt, sondern kann vom Gast als Spende für Klimaschutzprojekte gezahlt werden.
Für Fernreisen bieten Reiseveranstalter die Gelegenheit für freiwillige Klimaspenden. Dieser Service, den auch andere Fluggesellschaften wie die Lufthansa seit einiger Zeit anbieten, wird künftig vielen Pauschalurlaubern bei der Buchung im Reisebüro begegnen. Die Branchengrößen TUI und Thomas cook wollen künftig ihren Kunden im Reisebüro die Klimaschutzspende "aktiv" anbieten.
Ab diesem Sommer wird die Zahlung bei Thomas Cook automatisch im Computersystem eingebunden sein. Die Höhe der Spende errechnet sich nach dem Schadstoffausstoß, den der Passagier verursacht; mindestens soll sie bei vier Euro pro Person liegen. Mit dem Geld soll der Bau eines Wasserkraftwerks in Honduras unterstützt werden, das mehreren Dörfern umweltschonend Strom liefern soll.
Wie viele Touristen sich für die Projekte begeistern, mag im Moment niemand vorhersagen. Für Rolf Pfeifer, den Geschäftsführer des "Forum anders reisen", führen solche Ansätze allerdings nicht in die richtige Richtung: "Es wird jetzt zwar einen enormen Schub geben für Klimaschutzprojekte", sagte er, "aber das löst ja das Problem nicht." Angetreten sei Atmosfair, "um ein Bewusstsein für die Probleme des Flugverkehrs zu schaffen - und nicht etwa nur deshalb, um den Touristen das schlechte Gewissen zu beruhigen". Genau dieser Effekt könnte nun allerdings verstärkt eintreten, so Pfeifer.
Quelle: sueddeutsche.de
Permalink: Gutes Gewissen kostet knapp 5€
Tags: billigflieger atmosfair umweltschutz reise travel klimaschutz
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Wong
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Kommentar von:
travelpassion
(05.03.08 6:42 Uhr)
Heute legt sueddeutsche.de sogar nach und sagt: "Wenn man was für die Umwelt tun will, dann sollte man einfach zu Hause bleiben." Das ist aber irgendwie auch keine Lösung?
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