Das Ohr am Puls des Tourismus: die Krise
abgelegt im Archiv ReiseNEWS am 17.06.09

Die Krise hat den Tourismus erreicht . Man bemerkt deutlich, wie sich vor allem die traditionellen Fluggesellschaften wie die Lufthansa sich mit Sonderangeboten um Fluggäste bemühen, und auch Hotels werben mit Pauschal- und Sondertarifen.
Langfristig sieht die Branche allerdings keinen Einbruch, solange das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Dies ist vor allem in Ländern der Fall, in denen die Wechselkurse günstig sind. Für den Städtetourismus, insbesondere aber den Architekturtourismus, dürfte sich daher kaum etwas ändern. Auch die beiden Sorgenkinder der Branche, Klimawandel und Altersstruktur, werden auf den Städtetourismus kaum negative Auswirkungen haben.
Wie immer wird in der Branche viel über das Personal diskutiert. Man wünsche sich flexibleres und kreativeres Personal, hieß es in einer Fachzeitschrift - eine Information, die aufhorchen lässt, weil sie aus dem gastlichen Südbaden kommt. Noch immer ist es beispielsweise üblich, dass man Gäste auf Alemannisch anredet und man schlicht und einfach davon ausgeht, dass jeder Deutsche, Nordschweizer und Elsässer dieser Sprache mächtig ist.
"Andere Länder - andere Sitten" akzeptiert jeder Tourist - aber kein gelangweiltes oder gar überhebliches Personal. In Ungarn beispielsweise ist hier noch viel zu tun - nicht in den großen Häusern - aber sobald der gast in der Innenstadt einen Kaffee bestellt, kann er Zeuge einer Unart viele osteuropäischer Touristikländer werden: Der Gast ist vielfach noch ein lästiges Übel, an dem man keine Freundlichkeit verschwenden muss. Damit die Budapester nicht alleine dastehen: Das kann Ihnen auch in Stockholm passieren. Allerdings aus einem anderen Grund: In Schweden kämpfen Gast und Kellner oft um "Gleichberechtigung" - der Gast darf auf gar keinen Fall auf die privilegierte Rolle bestehen, die ihm eigentlich zustehen würde. Zudem gilt die allgemeine Auffassung: "Wenn du lächelst, steht dir genau so viel Lohn zu, als wenn du nicht lächelst".
Die Krise? Nun, alle gehen davon aus, dass sie für die Branche schnell vorübergeht. Nur für 2009 hat man noch Bedenken, aber bereits 2010 rechnet man wieder mit einem erfreulichen Reisegeschäft.
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Bild: "Städtetourismus hat eine goldene Nase". Dargestellt: Stadtmusikanten-Denkmal, Rathaus, Bremen. © 2009 by sehpferd, Budapest
Permalink: Das Ohr am Puls des Tourismus: die Krise
Tags: trend 2009 krise tourismus
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Kommentar von:
Sylvia
(31.07.09 14:40 Uhr)
Ich hab jetzt grad gesehen, dass Marco Polo einen Reiseführer für Balkonien rausgebracht hat. Ist vielleicht, für jeden, der sich dafür entscheidet oder entscheiden muss, ein guter Tip, um sich den Urlaub daheim zu versüßen. LG Sylvia
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