Buenos Aires – Unsere heilige Jungfrau der guten Luft
abgelegt im Archiv Gut zu wissen , Stadtporträt am 07.07.10

© aboutpixel.de / Fernando RoumiguièreIm Grunde sind die Argentinier doch froh, dass Deutschland sie bei der Fußball-WM in Südafrika aus dem Turnier geschossen hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich nach Diego Maradonas Versprechen ernsthaft jemand darauf gefreut hat, wie der kleine, dicke Mann nach dem Sieg des WM-Titels splitternackt um den berühmten Obelisken in Buenos Aires läuft. Inzwischen ist die Mannschaft wieder in der Heimat gelandet - warum nicht einfach mal hinterher reisen?
Sicherlich: Den Namen "Gute Lüfte" hat Argentiniens Hauptstadt nicht mehr verdient, seitdem etwa neun Millionen Einwohner allein aus den Vorstädten jeden Tag mit dem eigenen Auto zur Arbeit in die City fahren. Doch Buenos Aires entstand weit vor der Erfindung der Luftverpestung. Es brauchte Mitte des 16. Jahrhunderts zwei Anläufe. Die erste Kolonie wurde recht schnell von wilden Indianern zerstört, doch ihr Name "Unsere heilige Jungfrau der guten Luft" wurde beim zweiten Anlauf beibehalten, als 1580 die ersten (und heute immer noch existenten) Schachbrettstraßen entstanden.
Um die besondere Atmosphäre der Stadt aufzusaugen, empfiehlt es sich, durch die einzelnen Stadtteile zu bummeln, doch es ist unmöglich, ganz Buenos Aires zu Fuß zu erkunden. Um von A nach B zu kommen nimmt man am besten die U-Bahn, die entspannt unter dem Verkehrschaos hindurch fährt. Anfang des 20. Jahrhunderts gehörte sie zu den modernsten U-Bahnnetzen der Welt, inzwischen arbeitet man an ihrer Modernisierung, damit die Besucher auch weiterhin die Hauptattraktionen der Stadt besuchen können, wie beispielsweise:
San Telmo - in dem einst mondänsten Viertel ist noch heute das Flair des 19. Jahrhunderts zu spüren. Große Herrenhäuser, gemütliche (wenn auch schmuddelige) Hinterhöfe und vor allem die Kopfsteinpflastergassen sind für die Romantik des Stadtteils verantwortlich.
Avenida de Mayo - die mächtigste Prachtstraße. Nicht nur Hauptverkehrsader, sondern mit ihren riesigen Palästen auch hübsch anzusehen. Gemütlich ist es im Café Tortoni, hier klingt es nach Tango und Jazz.
Plaza de Mayo - schon immer das Herz der Stadt. Hier steht das weiße Rathaus "Cabildo" mit seinem kirchenähnlichen Mittelturm, gegenüber auf der anderen Seite des Platzes strahlt in Rosarot die große "Casa Rosada", Sitz des Staatspräsidenten. Von ihrem großen Balkon haben die Präsidenten große Reden geschwungen.
Und wer weiß, vielleicht hätten die argentinischen Spieler auch auf diesem Balkon gestanden und ihren jubelnden Fans auf der Plaza de Mayo den Weltmeisterpokal entgegengestreckt. Wir werden es nie erfahren...

© aboutpixel.de / Fernando Roumiguière
Tags: Buenos Aires Sehenswertes, Buenos Aires Obelisk Maradona
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